Software-Modernisierung mit kleinem Budget: So bringt ihr eure Legacy-Anwendung wieder in Form
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Software-Modernisierung mit kleinem Budget: So bringt ihr eure Legacy-Anwendung wieder in Form

Hand die wenig Münzen hält und ine graph der steigt, um modernisierung mit kleinem Budget darzustellen.

Auch mit kleinem Budget könnt ihr eure Anwendung modernisieren – entscheidend ist ein klar strukturierter Prozess.

Eure Legacy-Anwendung bremst – und das Budget für Modernisierung fehlt?

Viele Teams erleben denselben Widerspruch: Die Anwendung läuft, aber sie fühlt sich immer schwerer an. Neue Features brauchen länger, Abhängigkeiten wachsen, Updates werden riskanter und technische Schulden stapeln sich. Gleichzeitig fehlt die Zeit, um das grundsätzliche Problem anzugehen.

Im Alltag zeigt sich das sehr konkret: Manche Features, die früher in wenigen Tagen umgesetzt waren, brauchen heute deutlich länger. Hotfixes binden Zeit, die eigentlich für Weiterentwicklung gedacht ist. Alte Libraries lassen sich nicht mehr aktualisieren und werden zum Compliance-Risiko. Und im Team sinkt die Motivation, weil Arbeiten im schwer wartbaren Code schnell mühsam wird.

Dazu kommt oft die Frage, wie man überhaupt anfangen soll. Wie groß ist der Aufwand wirklich? Was kostet es? Und bleibt die Anwendung währenddessen stabil? Diese Unsicherheit sorgt dafür, dass die geplante Modernisierung immer weiter nach hinten auf der To-do-Liste rutscht.

Die gute Nachricht: Ihr braucht kein riesiges Budget und keinen großen Umbau, um wieder handlungsfähig zu werden. Eine Modernisierung im laufenden Betrieb funktioniert in planbaren, kleinen Schritten – und genau darum geht es in diesem Artikel.

Warum Software-Modernisierung oft als „zu teuer“ gilt und was dahintersteckt

Das Argument „Modernisierung ist zu teuer“ hören wir häufig. Viele Teams stellen sich unter Software-Modernisierung ein großes, schwer planbares Umbauprojekt vor, bei dem lange nichts Sichtbares passiert. Dieses Bild erzeugt Unsicherheit, und Unsicherheit wird schnell mit hohen Kosten gleichgesetzt.

Dazu kommt, dass Modernisierung im laufenden Betrieb kein alltägliches Thema ist. Es ist eine Aufgabe für Spezialist*innen, und der Einstieg wirkt meist größer, als er tatsächlich ist. Ohne greifbare Erfahrung bleibt unklar, welche Teile des Codes wirklich Aufwand verursachen und wo sich mit kleinen Anpassungen viel erreichen lässt.

Diese Unsicherheit äußert sich in der Praxis oft in typischen Einschätzungen: „Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt“, „Bei uns ist das viel zu komplex“ oder „Das wird viel zu teuer“. Solche Aussagen sind verständlich, entstehen aber meist aus fehlender Transparenz – nicht aus einer realen Bewertung des Aufwands.

Viele fragen sich außerdem, ob sich der Aufwand lohnt oder ob Modernisierung zu Instabilität führt. Und manche befürchten, dass währenddessen kaum noch Kapazität für das Entwickeln neuer Features bleibt. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Eine schrittweise Modernisierung hält das System dauerhaft lauffähig und erlaubt es, weitere Features und die Modernisierung sauber auszubalancieren. Genau das senkt die Kosten, statt sie zu erhöhen.

Kurz gesagt: „Zu teuer“ ist selten eine belastbare Zahl. Es ist oft ein Platzhalter für Unsicherheit, fehlende Transparenz und die Angst vor einem Großprojekt. Sobald klar ist, dass Modernisierung nicht im Block passiert, sondern in mehreren, überschaubaren Schritten, verändert sich die Perspektive. Dann wird deutlich: Entscheidend ist nicht das große Budget, sondern ein Ansatz, der zu eurem Team und eurer Situation passt.

Grundprinzipien einer kosteneffizienten Software-Modernisierung im laufenden Betrieb

Eine Modernisierung funktioniert am zuverlässigsten, wenn sie so geplant ist, dass eure Anwendung jederzeit lauffähig bleibt. Viele Teams unterschätzen, wie viel Stabilität entsteht, wenn man systematisch vorgeht und Modernisierung als kontinuierlichen Prozess versteht.

Darauf kommt es an:

  • In kleinen, klar geschnittenen Schritten arbeiten: Verbesserungen landen unmittelbar in der bestehenden Anwendung und nicht in einer parallelen Codebasis. Das reduziert Risiken und macht Fortschritte sofort sichtbar.
  • Testbarkeit früh herstellen: Selbst einfache End-to-End-Tests schaffen Sicherheit. Mit steigender Testabdeckung wird der Code stabiler und Änderungen werden kalkulierbarer, was langfristig Kosten spart.
  • Als Team modernisieren: Pair Programming, gemeinsame Reviews und transparente Kommunikation verteilen Wissen und Verantwortung. Das verhindert Engpässe und beschleunigt Entscheidungen.

Diese Prinzipien helfen dabei, Modernisierung in euren normalen Arbeitsalltag zu integrieren. So bleibt sie gut steuerbar und passt sich eurem Tempo an.

Schrittweise Modernisierung als sichere Alternative zum kompletten Neubau

Ein kompletter Neubau wirkt auf den ersten Blick attraktiv, führt in der Praxis aber schnell zu doppelter Arbeit: Das alte System muss weiterlaufen, während parallel etwas Neues entsteht. Das bindet Personal, erzeugt getrennte Entwicklungslinien und erhöht das Risiko, wichtige Domänendetails (also fachliche Besonderheiten eurer Anwendung) zu verlieren.

In den meisten Legacy-Anwendungen steckt viel implizites Wissen: Sonderfälle, Ausnahmen im Geschäftsprozess, kleine Details, die man erst bemerkt, wenn sie fehlen. Oft sind sie weder dokumentiert noch vollständig bekannt, sondern über Jahre im Code gewachsen. Bei einem Neubau ist genau das ein Risiko – Funktionen fehlen im neuen System, obwohl sie im alten längst selbstverständlich waren.

Bei Neubauprojekten verschiebt sich zudem der Umfang oft während der Umsetzung. Neue Anforderungen entstehen parallel und müssen berücksichtigt werden – der geplante Scope wird größer, obwohl das Team weiterhin das Altsystem betreut.

Eine Modernisierung im laufenden Betrieb geht einen anderen Weg. Sie arbeitet mit dem bestehenden System, bleibt flexibel und vermeidet unnötige Parallelwelten. So bleibt ihr handlungsfähig und könnt Risiken gut steuern.

Damit Modernisierung im Alltag funktioniert, starten wir immer mit drei grundlegenden Schritten.

1. Audit: Technische Schulden sichtbar machen und Modernisierungsbedarf klar erfassen

Am Anfang steht ein kurzer Blick in den Code. Ziel ist nicht, jedes Detail zu analysieren, sondern die wichtigsten technischen Schulden zu erkennen. Dazu gehören veraltete Libraries, schwer nachvollziehbare Abhängigkeiten und Stellen im Code, die das Team als besonders fehleranfällig wahrnimmt.

Ein Audit schafft Klarheit über Umfang und Prioritäten. Es zeigt, welche Teile der Anwendung zuerst Stabilität brauchen und wie groß der Modernisierungsbedarf tatsächlich ist. Diese Transparenz macht den nächsten Schritt einfacher und verhindert Fehleinschätzungen.

2. Projektkontrolle herstellen: Architektur, Automatisierung und Tests als Grundlage

Bevor die Modernisierung startet, braucht das Team eine stabile Basis. Dazu gehören eine gemeinsame Entwicklungsumgebung, nachvollziehbare Deployments und erste automatisierte Tests. Sie geben Sicherheit und helfen, Änderungen früh zu überprüfen.

Ein stabiler Entwicklungsprozess fördert dabei auch den Wissenstransfer im Team. Gemeinsame Umgebungen, klare Abläufe und transparente Architekturentscheidungen helfen dabei, dass mehr Teammitglieder das System wirklich verstehen. Das stärkt die Unabhängigkeit einzelner Rollen und macht das Team insgesamt handlungsfähiger.

Gleichzeitig entsteht eine Architektur, in der Teams einzelne Bereiche leichter finden und anpassen können. Das bedeutet nicht, sofort alles umzubauen, sondern Strukturen zu schaffen, die Modernisierung ermöglichen. Mit dieser Grundlage kann das Team zuverlässig arbeiten – und späteres Refactoring wird deutlich einfacher.

3. Refactoring im laufenden Betrieb: Code modernisieren, ohne das System anzuhalten

Sobald die Basis steht, beginnt die eigentliche Modernisierung. Sie passiert direkt im laufenden System und ohne zweite Codebasis. Der Code wird in kleinen Schritten verbessert, sodass die Anwendung jederzeit stabil bleibt.

Teams können das Tempo flexibel anpassen: mehr Modernisierung, wenn Kapazität frei ist, oder mehr Fachentwicklung in intensiven Phasen wie dem Weihnachtsgeschäft. Diese Flexibilität ist einer der größten Vorteile gegenüber einem Neubau.

So funktioniert Modernisierung as a Service

Modernisierung as a Service bedeutet, dass Modernisierung und Weiterentwicklung nicht getrennt laufen. Ein externes Modernisierungsteam arbeitet direkt mit eurem Team zusammen. Ihr bringt das Domänenwissen ein, das externe Team das Spezialwissen für Modernisierung laufender Systeme. So entsteht ein gemeinsamer Arbeitsmodus, der den Betrieb stabil hält und den Code Schritt für Schritt verbessert.

Wissen wird dabei nicht gesammelt und später übergeben, sondern entsteht im gemeinsamen Arbeiten: durch Pairing, Reviews und transparente Architekturentscheidungen. Dadurch versteht euer Team immer besser, wie sich die Anwendung weiterentwickeln kann und bleibt langfristig selbst handlungsfähig.

Refactoring am lebenden System erfordert Techniken, die man im Alltag eines Produktteams selten braucht. In diesem gemeinsamen Modus lassen sie sich sicher anwenden: klein geschnitten, testbar und direkt im echten Code. Keine zweite Codebasis, keine parallelen Projekte.

Fazit: Software-Modernisierung bleibt bezahlbar, wenn du sie in klaren Schritten planst

Eine Modernisierung wirkt oft größer, als sie ist. Sobald ihr sie in überschaubare Schritte aufteilt und mit einer stabilen Grundlage startet, verliert sie ihren Schrecken. Ihr bleibt handlungsfähig, könnt euer Tempo selbst bestimmen und gewinnt Sicherheit im Alltag.

Was sich durch den schrittweisen Ansatz für euch verändert:

  • Eure Anwendung bleibt während der Modernisierung stabil.
  • Veränderungen passieren in kleinen, gut testbaren Schritten.
  • Das Team gewinnt Sicherheit und findet sich leichter im Code zurecht.
  • Neue Features lassen sich wieder schneller umsetzen.
  • Die Kosten bleiben planbar und wachsen nicht unkontrolliert.

Schrittweise Modernisierung stärkt dabei sowohl das Team als auch die Architektur. So wird Modernisierung nicht zu einem einmaligen Großprojekt, sondern zu einem Prozess, der eure Anwendung nachhaltig stärkt – und dabei gut kalkulierbar bleibt.

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Thomas Fräger

Geschäftsführer OPEN Software Consulting

Thomas Fräger

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